Warum viele Zerspanungsbetriebe zu wenig Aufträge haben
In der Fertigungsindustrie sind die Auftragslagen oftmals nicht so stabil, wie es wünschenswert wäre. Viele Zerspanungsbetriebe klagen darüber, dass sie nicht ausreichend Aufträge generieren können. Gründe hierfür sind:
- Veränderte Kundenpräferenzen: Einkäufer nehmen heutzutage vor der Kontaktaufnahme zunehmend Online-Recherchen vor.
- Wettbewerbsdruck: Mit der zunehmenden Zahl von Dienstleistern wird es schwieriger, hervorzustechen.
- Veraltete Methoden: Klassische Akquise-Methoden wie Kaltakquise oder Printanzeigen zeigen oft nicht mehr die gewünschten Ergebnisse.
Wie Einkäufer heute CNC-Lieferanten finden
Die Einkaufsprozesse in der Industrie haben sich erheblich verändert. Einkäufer müssen heute nicht mehr auf traditionellem Wege nach Lieferanten suchen:
- Technische Zeichnung erhalten: Der Prozess beginnt, wenn der Einkäufer eine technische Zeichnung oder Anfrage erhält.
- Lieferantenrecherche: Einkäufer nutzen Suchmaschinen oder spezialisierte Plattformen, um potenzielle Lieferanten zu finden.
- Anbietervergleich: Mehrere Anbieter werden analysiert, um passende Angebote zu bekommen.
- Anfragen senden: Häufig wird gleichzeitig an mehrere Lieferanten eine Anfrage gestellt.
- Bewertung der Angebote: Entscheidend sind Preis, Lieferzeit und das Vertrauen in den Anbieter.
7 Wege, wie Zerspanungsbetriebe neue CNC-Aufträge gewinnen
1. Die eigene Online-Sichtbarkeit erhöhen
Problem: Viele Zerspanungsbetriebe verfügen nicht über eine starke Online-Präsenz, was die Auffindbarkeit verringert.
Praxisbeispiel: Ein Zerspanungsbetrieb in Deutschland hat seine Website optimiert und gezielt auf Suchanfragen wie „CNC Fräsen Aluminium Kleinserie“ fokussiert.
Umsetzungsschritte:
- Suchbegriffe analysieren und in die Website integrieren.
- Technische Details und Kontaktmöglichkeiten klar platzieren.
- Regelmäßig Blogartikel verfassen, die relevante Themen abdecken.
Tipp: Nutze Google Analytics, um die Performance deiner Website zu überwachen und Anpassungen vorzunehmen.
2. Plattformen für Fertigungsaufträge nutzen
Problem: Viele Betriebe sind nicht auf Plattformen präsent, die Auftraggeber mit Fertigungsbetrieben verbinden.
Praxisbeispiel: Ein kleiner CNC-Betrieb meldet sich bei Price4Parts an und erhält neue Aufträge von internationalen Kunden.
Umsetzungsschritte:
- Registrierung auf Plattformen (z.B. Price4Parts).
- Detaillierte Profilgestaltung mit Maschinenkapazitäten.
- Aktive Teilnahme an Projekten und Anfragen.
Tipp: Halte dein Unternehmensprofil regelmäßig aktuell, um Sichtbarkeit und Relevanz zu erhöhen.
3. Schnelle Angebotsprozesse implementieren
Problem: Langsame Angebotsprozesse vergraulen potenzielle Kunden.
Praxisbeispiel: Ein Zerspanungsunternehmen hat eine Software zur Angebotserstellung eingeführt, die die Bearbeitungszeit halbiert.
Umsetzungsschritte:
- Automatisierte Angebotssoftware wählen.
- Vorlagen erstellen, die schnell ausgefüllt werden können.
- Schulungen für Mitarbeiter zur effektiven Nutzung des Systems.
Tipp: Führe einmal im Monat ein „Feedbackgespräch“ mit der Verkaufsabteilung, um den Prozess stetig zu verbessern.
4. Spezialisierung auf Nischenmärkte
Problem: Generalisten tun sich schwer, gegen spezialisierte Anbieter zu konkurrieren.
Praxisbeispiel: Ein Unternehmen spezialisiert sich auf CNC-Drehteile aus Edelstahl und hat dadurch einen festen Kundenstamm gewonnen.
Umsetzungsschritte:
- Marktanalyse durchführen, um profitable Nischen zu identifizieren.
- Fähigkeiten und Maschinenkapazitäten entsprechend anpassen.
- Marketingstrategien entwickeln, die die Spezialisierung betonen.
Tipp: Kommuniziere klar, was deine Spezialisierung für den Kunden bedeutet und hebe deine Expertise hervor.
5. Effiziente Kundenansprache durch SEO
Problem: Viele Betriebe betreiben kaum SEO, was die Sichtbarkeit in Google verringert.
Praxisbeispiel: Ein Lohnfertiger investiert in gezielte SEO-Strategien und steigert seine Anfragen durch organische Suche.
Umsetzungsschritte:
- Keyword-Recherche betreiben, um relevante Begriffe zu finden.
- On-Page-Optimierung der Website einschließlich Meta-Tags.
- Regelmäßige Inhalte erstellen, die mit Suchanfragen von Einkäufern übereinstimmen.
Tipp: Achte darauf, auch technische Inhalte verständlich zu erklären, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
6. Kooperation mit anderen Lohnfertigern eingehen
Problem: Kapazitätsengpässe verhindern das Übernehmen von größeren Aufträgen.
Praxisbeispiel: Ein Zerspanungsbetrieb kooperiert mit einem anderen Unternehmen, um gemeinsam an größeren Projekten zu arbeiten.
Umsetzungsschritte:
- Identifiziere Betriebe mit komplementären Fähigkeiten.
- Vereinbare regelmäßige Treffen zur Abstimmung.
- Schaffe einen Kommunikationskanal für den Austausch von Angeboten.
Tipp: Baue eine Vertrauensbasis auf, indem gemeinsame Erfolge dokumentiert und gefeiert werden.
7. Marketing für freie Maschinenkapazitäten
Problem: Freie Kapazitäten werden oft nicht aktiv beworben.
Praxisbeispiel: Ein CNC-Betrieb kommuniziert aktiv über Social Media und seine Website, wenn Maschinenkapazitäten verfügbar sind.
Umsetzungsschritte:
- Regelmäßige Updates über Verfügbarkeiten auf Social Media teilen.
- Newsletter an bestehende Kunden versenden mit Informationen zu freien Kapazitäten.
- Werbeanzeigen schalten, die spezielle Angebote bewerben.
Tipp: Nutze visuelle Inhalte, um Maschinen und Dienstleistungen ansprechend zu präsentieren.
Marktveränderungen verstehen
Die Art und Weise, wie Zerspanungsbetriebe Neukunden gewinnen, hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Früher setzten Unternehmen auf traditionelle Methoden wie Kaltakquise, Branchenverzeichnisse, Fachmessen und Printanzeigen. Diese Strategien verlieren jedoch zunehmend an Relevanz, da:
- Einkäufer vermehrt online recherchieren: Kunden informieren sich zuerst selbst, bevor sie Kontakt aufnehmen.
- Schneller Vergleich: Mehrere Angebote können innerhalb kurzer Zeit eingeholt und verglichen werden.
- Plattformen dominieren: B2B-Marktplätze bieten eine bequeme Möglichkeit, Lieferanten zu finden.
Fazit
In einer sich schnell verändernden Industrie ist es entscheidend, die Akquise-Strategien kontinuierlich zu überdenken und anzupassen. Im Fokus sollte immer die Sichtbarkeit und das Vertrauen stehen. Nutzen Sie die digitalen Kanäle, die Ihnen zur Verfügung stehen, um Ihre Maschinenkapazitäten und Expertise zu bewerben und sich von der Konkurrenz abzuheben. Indem Sie flexibel und innovativ bleiben, können Sie Ihre Auftragslage langfristig verbessern.