Warum viele Lohnfertiger zu wenig Aufträge haben
In der heutigen Fertigungslandschaft sehen sich viele Lohnfertiger einer stagnierenden Anzahl an Aufträgen gegenüber. Ein Grund dafür ist der Wandel im Einkaufsverhalten der Industrieeinkäufer. Früher liefen Kundenakquisitionen oft über Kaltakquise, Fachmessen oder Printanzeigen in Fachmagazinen. Diese Methoden sind jedoch weniger effektiv, da Einkäufer heute in der Regel online recherchieren.
Marktveränderungen
Heutzutage beginnen Einkäufer ihre Suche nach Fertigungspartnern gewöhnlich mit Google. Sie suchen Begriffe wie „Lohnfertigung Metallteile“ oder „CNC Lohnfertigung Deutschland“. Dabei nutzen sie Vergleichsplattformen, um schnelle Informiertheit zu gewährleisten. Die Konsequenz: Unternehmen, die sich nicht klar online positionieren können, geraten schnell ins Hintertreffen.
Wie Einkäufer heute Fertigungspartner finden
Der Einkaufsprozess eines typischen Industrieeinkäufers umfasst mehrere Schritte:
- Technische Zeichnung/Spezifikation erhalten: Der Einkäufer erhält eine Anfrage für die Herstellung eines Teils.
- Lieferanten suchen: Es wird nach passenden Lohnfertigern recherchiert.
- Online-Recherche: Google und Plattformen werden genutzt, um Anbieter zu finden.
- Vergleich von Anbietern: Mehrere Angebote werden eingeholt und miteinander verglichen.
- Anfragen senden: Der Einkäufer verschickt Anfragen an verschiedene Anbieter gleichzeitig.
- Entscheidung treffen: Ausschlaggebend sind Preis, Lieferzeit, Erfahrung und das Vertrauen in den Anbieter.
Dieser Prozess zeigt deutlich, wie wichtig es für Lohnfertiger ist, sich sowohl im Web sichtbar zu machen als auch eine klare, vertrauensvolle Kommunikation zu fördern.
7 Wege, wie Lohnfertiger neue Industriekunden gewinnen
1. Optimierung der Online-Präsenz
Problem: Viele Lohnfertiger haben eine unzureichende Online-Präsenz.
Praxisbeispiel: Ein CNC-Bearbeitungsbetrieb steigert seine Aufträge um 40 %, indem er seine Website optimiert und relevante Keywords einfügt.
Umsetzungsschritte:
- Führen Sie eine SEO-Analyse Ihrer Website durch.
- Erstellen Sie spezifische Landingpages für verschiedene Fertigungsverfahren.
- Nutzen Sie relevante Suchbegriffe in Ihrem Content.
Praktischer Tipp: Verwenden Sie Tools wie Google Analytics, um die Performance Ihrer Website zu verfolgen und notwendige Anpassungen vorzunehmen.
2. Verwendung von Fachplattformen
Problem: Häufig verpassen es Lohnfertiger, ihre Dienste auf spezialisierten Plattformen anzubieten.
Praxisbeispiel: Ein Blechbearbeitungsunternehmen erhält über Price4Parts neue Aufträge, weil es auf dieser Plattform sichtbar ist.
Umsetzungsschritte:
- Registrieren Sie sich auf B2B-Marktplätzen wie Price4Parts.
- Vervollständigen Sie Ihr Profil mit einer detaillierten Beschreibung Ihrer Fertigungsmöglichkeiten.
- Nutzen Sie die Plattform, um spezifische Angebote zu veröffentlichen.
Praktischer Tipp: Halten Sie Ihre Informationen auf den Plattformen regelmäßig aktuell, um Vertrauen und Interesse zu wecken.
3. Spezialisierung auf Nischenmärkte
Problem: Viele Lohnfertiger bieten zu breite Dienstleistungen an und heben sich nicht genügend ab.
Praxisbeispiel: Ein Spritzgusshersteller spezialisiert sich auf die Automobilindustrie und gewinnt dadurch exklusive Verträge.
Umsetzungsschritte:
- Analysieren Sie Ihre bestehenden Kunden und identifizieren Sie Nischenmärkte.
- Passen Sie Ihre Marketingstrategie an, um diese Nischen gezielt anzusprechen.
- Entwickeln Sie spezielle Angebote für Ihre Nische.
Praktischer Tipp: Networking in spezialisierten Branchenveranstaltungen kann Ihnen helfen, Ihre Zielgruppe besser zu verstehen.
4. Schnelle Angebotsprozesse
Problem: Lange Angebotszeiten schrecken viele Einkäufer ab.
Praxisbeispiel: Ein CNC-Dienstleister reduziert seine Angebotserstellung auf 24 Stunden und gewinnt dadurch einen größeren Kundenstamm.
Umsetzungsschritte:
- Implementieren Sie ein effizientes Angebotssystem.
- Schulen Sie Ihr Team in Schnellverfahren zur Angebotskalkulation.
- Nutzen Sie digitale Tools zur automatisierten Erstellung von Angeboten.
Praktischer Tipp: Entwickeln Sie Standardangebote für wiederkehrende Kunden, um den Prozess zu verkürzen.
5. Nutzung von Social Media
Problem: Viele Lohnfertiger nutzen Social Media nicht zur Kundenakquise.
Praxisbeispiel: Ein Unternehmen für Kunststoffteile hat seine Aufträge durch gezielte Werbekampagnen in sozialen Netzwerken verdoppelt.
Umsetzungsschritte:
- Erstellen Sie Profile auf einschlägigen Social-Media-Plattformen.
- Teilen Sie interessante Inhalte über Ihre Projekte und Techniken.
- Interagieren Sie aktiv mit Ihrer Zielgruppe und ermutigen Sie zu Anfragen.
Praktischer Tipp: Verwenden Sie bezahlte Werbung gezielt, um Ihre Reichweite zu erhöhen und Kunden direkt zu erreichen.
6. Internationale Kundenansprache
Problem: Viele Lohnfertiger beschränken sich auf lokale Märkte und verpassen internationale Gewinne.
Praxisbeispiel: Ein 3D-Drucker-Service-Provider gewinnt zahlreiche Aufträge aus Europa und Asien.
Umsetzungsschritte:
- Analysieren Sie internationale Märkte, die nach Ihren Dienstleistungen suchen.
- Erstellen Sie mehrsprachige Webseiten und Inhalte.
- Nutzen Sie internationale Versandoptionen und vereinbaren Sie logistische Partnerschaften.
Praktischer Tipp: Sie können schnell reaktionsfähige Angebote für internationale Kunden durch Preis- und Lieferzeitvergleiche erstellen.
7. Kooperation mit anderen Lohnfertigern
Problem: Viele Lohnfertiger arbeiten isoliert und schöpfen Potenziale nicht aus.
Praxisbeispiel: Ein Lohnfertiger kooperiert mit einem anderen und erhöht seinen Auftragsvolumen durch gegenseitige Empfehlung und Auftragsweitergabe.
Umsetzungsschritte:
- Suchen Sie nach anderen Betrieben in komplementären Fertigungsbereichen.
- Entwickeln Sie gemeinsame Marketingstrategien.
- Bilden Sie Netzwerke, die den Informationsaustausch fördern.
Praktischer Tipp: Networking-Events oder Branchentreffen sind gute Anlässe, um potenzielle Kooperationspartner kennenzulernen.
Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Die Zukunft der Industrieeinkäufer wird zunehmend digitalisiert und automatisiert sein. Nutzen Sie die fortlaufenden Entwicklungen der Technologien und die Möglichkeiten der Vernetzung, um nicht nur kurzfristige Aufträge zu sichern, sondern auch langfristige Beziehungen aufzubauen.
Durch eine offensivere Online-Strategie, die den modernen Einkaufsprozess widerspiegelt, können Lohnfertiger ihre Präsenz stärken und ihre Auftragslage nachhaltig verbessern.