Die strategische Neuausrichtung von Plansee: Fokus auf die Sangdong-Mine
Hintergrund der Sangdong-Mine
Die Sangdong-Mine in Südkorea hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Mine über Jahrzehnte hinweg in Betrieb, bis sie vor etwa 20 Jahren aufgrund niedriger Wolframpreise schließen musste. Diese Schließung ist für viele im Bergbau und in der Rohstoffbranche ein bekanntes und bedauerliches Beispiel für die Volatilität der Rohstoffmärkte.
Strategische Partnerschaft von Plansee und Almonty
Um die Mine neu zu aktivieren, hat Plansee eine strategische Partnerschaft mit Almonty gegründet. Almonty übernahm die Minenrechte, während Plansee durch verschiedene Abnahmeverträge, die einen Mindestpreis garantieren, das Vorhaben unterstützte. Diese Form der Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig Synergien in der Industrie sind und wie Unternehmen gemeinsam die Herausforderungen des Marktes bewältigen können.
Risikoübernahme und öffentliche Unterstützung
Ein zentraler Punkt in dieser Partnerschaft ist das erhebliche Risiko, das Plansee übernommen hat. Laut Wex, einem Vertreter des Unternehmens, hat die öffentliche Hand in dieser Phase nicht in dem Maße mitgetragen, wie es vielleicht erforderlich gewesen wäre. Dennoch ist es für Plansee logisch, sich in diesem Bereich zu engagieren. Denn selbst mit einem starken Fokus auf Recycling benötigt das Unternehmen einen Teil Primärmaterial aus der Mine, um seine Produktionsketten nachhaltig zu sichern.
Hochlaufphase der Mine und erster Produktionsschritt
Derzeit befindet sich die Sangdong-Mine in der Hochlaufphase der Produktion. Der Rohstoffabbau funktioniert bereits, und Plansee hat sich 100 Prozent der ersten Ausbaustufe gesichert. Das bedeutet, dass die Mine schrittweise in die erste Aufbereitungsstufe übergeht. Bei dieser Phase wird das Erz, welches anfangs nur 0,2 bis 0,5 Prozent Wolfram enthält, durch verschiedene Verarbeitungsschritte zu einem Konzentrat mit etwa 66 Prozent Wolframanteil aufbereitet. Dieses konzentrierte Material wird dann in Big Bags ausgeliefert.
Anteil an Almonty und mittelfristige Ziele
Neben der Unterstützung der Mine hat Plansee auch in Almonty investiert und hält nun einen Anteil von zehn Prozent des Unternehmens. Dies macht Plansee zu einem der größten Aktionäre und unterstreicht das Engagement in dieser strategisch wichtigen Partnerschaft.
Recycling: Der Kern des Geschäftsmodells
Trotz der Investitionen in die Sangdong-Mine bleibt das Recycling nach wie vor der zentrale Aspekt des Geschäftsmodells von Wex. Der aktuelle Anteil des Recyclings liegt bei beeindruckenden 89 Prozent. Auch wenn erwartet wird, dass der Anteil des Minenmaterials bis 2030 leicht ansteigt, bleibt das langfristige Ziel eine Recyclingquote von etwa 75 Prozent. Die Sangdong-Mine soll dabei nicht als Abkehr vom Kreislaufmodell betrachtet werden, sondern vielmehr als zusätzliche Absicherung der Rohstoffversorgung.
Investition in die chilenische Molymet
Zu den weiteren Entwicklungen gehört auch die Aufstockung der Beteiligung an der chilenischen Molymet. Plansee hat seinen Anteil an diesem börsennotierten Unternehmen, das als weltgrößter Verarbeiter von Molybdän-Konzentraten gilt und Plansee als Hauptlieferant für Molybdäntrioxid dient, auf über 30 Prozent erhöht. Diese Entscheidung zeigt das Bestreben von Plansee, sich auch in anderen Rohstoffmärkten strategisch abzusichern.
Quelle
Industriemagazin