Simon Wendelin: Unerwarteter Blick darauf, wie er drei Eigentümerfamilien bei Erema vereint.

Der Einfluss familialer Werte auf unternehmerisches Handeln

Wachsende Verantwortung

Der Satz „Geh deinen Weg“, den Simon Wendelin häufig von seinem Vater hörte, spiegelt nicht nur eine Ermutigung, sondern auch eine tief verwurzelte unternehmerische Philosophie wider. In Familienunternehmen wird oft das „Unternehmergen“ von Generation zu Generation weitergegeben. Simon erkennt, dass es wichtig ist, die eigene Verantwortung zu übernehmen und aktiv im Unternehmen zu wirken. Die Möglichkeit, sowohl finanzielle als auch operative Funktionen zu übernehmen, schafft eine Verbindung zur Tradition und fördert das Engagement.

Die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge

Wendelin beschreibt die Anspannung, die in vielen Familienunternehmen entsteht, wenn sich folgende Generationen dem unternehmerischen Erbe stellen. Sogar in der Freizeit stehen das Unternehmen und dessen Herausforderungen im Mittelpunkt. Diese Dynamik ist besonders ausgeprägt in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen eine nachhaltige Strategie und klare Visionen gefragt sind. Es stellt sich die Frage: Wie bleibt man als Teil des Unternehmens stabil, ohne den familiären Zusammenhalt zu gefährden?

Bildung und berufliche Entwicklung

Simon hat seinen Weg durch verschiedene Bildungseinrichtungen und Positionen geebnet. Nach seiner Freizeitgestaltung in der Tourismusschule Bad Ischl und ersten Erfahrungen als Barmann, entschied er sich, Management- und Rechtsstudien am MCI zu absolvieren. Diese Kombination aus Wissen und Erfahrung in verschiedenen Bereichen – insbesondere im Vertrieb bei Hofer – bereitet ihn auf zukünftige Herausforderungen vor. Das Verständnis für rechtliche Aspekte ist für ihn von besonderer Bedeutung, was sich in den Worten seines Vaters widerspiegelt: „Jus schadet nie“. Solch ein Ansatz zeigt das Bewusstsein für die Vielschichtigkeit unternehmerischer Herausforderungen.

Praktische Erfahrungen und Start-up-Mentalität

Simon Wendelin hat wesentliche praktische Erfahrungen gesammelt, die ihn auf die Leitung eines Familienunternehmens vorbereiten. Nach seinem MBA in den USA arbeitete er bei Ebner Industrieofenbau als Assistent des CFO. Diese Erfahrung war für ihn entscheidend, um finanzielle und administrative Praktiken kennenzulernen, die für das Management eines Unternehmens unverzichtbar sind.

Als Co-Founder des Startups SpeedPox hat er zudem ein Gespür für innovative Ansätze entwickelt. Dieses Unternehmen, das auf Epoxidharzsysteme spezialisiert ist, zeigt, wie erfolgreiches Unternehmertum auch auf Risikobereitschaft und kreatives Denken angewiesen ist. Diese Einstellungen könnten auch in der Weiterentwicklung des Familienunternehmens von Bedeutung sein.

Ganzheitliches Management im Family Office

Seit 2020 leitet Simon Wendelin das Family Office, zusammen mit seiner Kollegin. Hier kommen zahlreiche Facetten des Managements und der Investitionsstrategie zusammen. Die Aufgaben reichen vom Beteiligungsmanagement bis hin zu ehrenamtlichen Engagements, beispielsweise beim Vorstand von World Vision Österreich. Diese Vielzahl an Themen erfordert eine umfassende Sichtweise und die Fähigkeit, strategisch zu planen und zu handeln.

Die Balance zwischen Beruf und Familie

Inmitten all dieser Herausforderungen sorgt Simon dafür, dass er Zeit für seine Familie einplant. Als dreifacher Vater ist es ihm wichtig, bewusste Rückzugsräume zu schaffen. Diese Art der Balance zwischen beruflichen Ambitionen und dem Familienleben ist zentral, um langfristig sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich erfolgreich zu sein.

Die Bedeutung von Unabhängigkeit

Abschließend bemerkt Simon Wendelin, wie gefährlich es ist, sich ausschließlich auf Dividenden zu verlassen, anstatt aktiv unternehmerisch zu handeln. Die Unabhängigkeit des Unternehmens sei gefährdet, wenn man die Verantwortung aus der Hand gibt. Sein Ansatz könnte als Ermutigung für andere Unternehmer betrachtet werden, die Herausforderungen der Unternehmensführung aktiv anzugehen und eine Unternehmenskultur zu pflegen, die sowohl Tradition als auch Innovation schätzt.

Quelle: Industriemagazin

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